Anfragespezifische Suche in den AWMF-Leitlinien

Wie beeinflussen Betablocker die linksventrikuläre Ejektionsfraktion bei Vorhofflimmern?

10 Fundstellen aus 4 Leitlinien · Stand

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Fundstellen in den Leitlinien

1. Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz

AWMF nvl-006 · S3 · Stand 12/2023 · Seite 76 von 195 · ⚠ Gültigkeit abgelaufen

Der Ausschnitt thematisiert die Wirkung von Betablockern auf die linksventrikuläre Ejektionsfraktion bei Vorhofflimmern und deren prognostische Effekte.

- Betablocker: In einer individualdatenbasierten retrospektiven Metaanalyse von 11 Studien (n = 14 262) reduzierten Betablocker die Gesamtmortalität und die kardiovaskuläre Mortalität im Vergleich zu Placebo unabhängig von der LVEF, mit Ausnahme der Untergruppe mit LVEF ≥ 50%. Bei Patient*innen mit Vorhofflimmern wirkten sich Betablocker zwar positiv auf die LVEF aus, hatten aber keine prognoseverbessernden Effekte ([323], zitiert nach [152]).

2. Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz

AWMF nvl-006 · S3 · Stand 12/2023 · Seite 66 von 195 · ⚠ Gültigkeit abgelaufen

Der Ausschnitt thematisiert die Evidenz zu Betablockern bei asymptomatischer linksventrikulärer Dysfunktion, insbesondere deren Wirkung auf die linksventrikuläre Ejektionsfraktion.

Evidenz bezüglich der Gabe von Betarezeptorenblockern speziell bei aLVD liegt aus der REVERT-Studie vor: Bei 169 Patientinnen mit aLVD und LVEF < 40% verbesserte sich unter Metoprolol succinate (200 mg) im Vergleich zu Placebo die LV-Funktion [262]. Die Aussageicherheit ist wegen Indirektheit (Surrogatendpunkt) und Impräzision (kleine Population) niedrig. In zwei Studien waren auch, aber nicht nur Patientinnen mit aLVD eingeschlossen: Eine Studie verglich Carvedilol bei Herzinsuffizienz (n = 291) oder aLVD (n = 124) ischämischer Ätiologie mit Placebo und fand nach 19 Monaten positive Effekte auf den kombinierten Endpunkt Mortalität oder Hospitalisierung: 104/208 (50%) vs. 131/207 (63%); RR 0,74 (95% KI 0,57; 0,95) sowie auf die LVEF und Volumindizes [263].

3. Vorhofflimmern

AWMF 019-014 · S3 · Stand 07/2025 · Seite 75 von 93

Der Ausschnitt listet Betablocker als Wirkstoffe zur Frequenzkontrolle bei Vorhofflimmern auf, ohne explizit die linksventrikuläre Ejektionsfraktion zu thematisieren.

Tabelle 15: Wirkstoffe zur Frequenzkontrolle

Wirkstoffklasse / WirkstoffZulassung für HerzrhythmusstörungenZulassung für KomorbiditätDosierung i. v. akute Therapie / NotfallDosierung oral DauertherapieKontraindikationen (Auswahl)
Beta-Blocker
MetoprololtartratTachykarde Rhythmusstörungen• Hypertonie • KHKbis zu 5 mg i. v. (1 – 2 mg/Min.) max. 10 – 15 mg1 – 2 x tgl. 2 Tabl. d.h. 100 – 200 mg• akute/ unbehandelte/ dekompensierte Herzinsuffizienz • bronchiale Hyperreagibilität • Asthma bronchiale
Metoprolol-succinat RetardTachykarde Rhythmusstörungen• Chronische Herzinsuffizienz • Arterielle Hypertonie • Angina pectoris (Koronare Herzkrankheit)-1 x tgl. 50 – 200 mg• Akute/ unbehandelte/ dekompensierte Herzinsuffizienz • Bronchiale Hyperreagibilität • Asthma bronchiale
AtenololSupraventrikuläre Rhythmusstörungen• Angina pectoris • Arterielle Hypertonie • Ventrikuläre Arrhythmien-1-2 x tgl. 50 mg bzw. 1 x tgl. 25 bis 100 mg• Bronchiale Hyperreagibilität • HFrEF • Akute/ unbehandelte/ dekompensierte / manifeste Herzinsuffizienz • Asthma bronchiale
CarvedilolNein• Arterielle Hypertonie • Chronisch stabile Angina pectoris, Koronare Herzkrankheit • Chronische Herzinsuffizienz-2 x tgl 3,125 – 50 mg• Akute/ unbehandelte/ dekompensierte Herzinsuffizienz • Bronchiale Hyperreagibilität • Asthma bronchiale
NebivololNein• Arterielle Hypertonie • HerzinsuffizienzN/A1 x tgl 2,5 – 10 mg• Akute unbehandelte/ dekompensierte Herzinsuffizienz • Bronchiale Hyperreagibilität • Asthma bronchiale
BisoprololNein• Arterielle Hypertonie • Angina pectoris, Koronare HerzkrankheitN/A1 x tgl. 1,25 – 20mg• Akute/ unbehandelte/ dekompensierte Herzinsuffizienz • Asthma/Bronchiale Hyperreagibilität

4. Vorhofflimmern

AWMF 019-014 · S3 · Stand 07/2025 · Seite 60 von 93

Der Ausschnitt behandelt Antiarrhythmika und deren Kontraindikationen, nicht die Wirkung von Betablockern auf die linksventrikuläre Ejektionsfraktion bei Vorhofflimmern.

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie S3-LL Vorhofflimmern Stand 14.04.2025

5. Vorhofflimmern

AWMF 019-014 · S3 · Stand 07/2025 · Seite 76 von 93

Der Ausschnitt behandelt Calcium-Antagonisten, Digitalis und Amiodaron bei Vorhofflimmern, nicht Betablocker oder deren Einfluss auf die linksventrikuläre Ejektionsfraktion.

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie S3-LL Vorhofflimmern Stand 14.04.2025

6. Intensivmedizinische Versorgung herzchirurgischer Patienten - Hämodynamisches Monitoring und Herz-Kreislauf

AWMF 001-016 · S3 · Stand 06/2018 · Seite 184–185 von 328 · ⚠ Gültigkeit abgelaufen

Der Ausschnitt thematisiert eine Studie zum Vergleich von Carvedilol und Metoprolol auf die Prävention von Vorhofflimmern nach CABG, nicht jedoch deren Einfluss auf die linksventrikuläre Ejektionsfraktion.

184 Jalalian et al (2014) in einem prospektiven, doppel blinden,randomisierten Studiendesign 150 Patienten hinsichtlichd es therapeutischen Effekts von Carvedilol und Metoprolol auf die Prävention von Vorhoflimmern nach CABG. Die untersuchte Gruppe wurde in gleicher Gruppengröße (n=75) für Carvedilol oder Metoprolol randomisiert.

7. Intensivmedizinische Versorgung herzchirurgischer Patienten - Hämodynamisches Monitoring und Herz-Kreislauf

AWMF 001-016 · S3 · Stand 06/2018 · Seite 280 von 328 · ⚠ Gültigkeit abgelaufen

Der Ausschnitt thematisiert die präventive Wirkung von Betablockern auf postoperatives Vorhofflimmern, nicht deren Einfluss auf die linksventrikuläre Ejektionsfraktion.

280 Die Ergebnisse eines Cochrane Review aus dem Jahre 2013, in dem Interventionen (pharmakologisch, non-pharmakologisch) zur Prävention eines postoperativen Vorhofflimmerns und supraventrikulärer Tachykardien bei Patienten nach kardiochirurgischen Eingriffen untersucht wurden,wiesen einen präventiven Effekt bei allen in die Analyse einbezogenen Interventionen nach. Zu diesen zählten Amiodaron, Beta- Blocker, Sotalol, Magnesium, atriales Pacing und eine posteriore Pericardiotomie. Jede der Interventionen reduzierte das Risiko für postoperatives Vorhoflimmern signifikant.

8. Vorhofflimmern

AWMF 019-014 · S3 · Stand 07/2025 · Seite 57 von 93

Der Ausschnitt behandelt die Dilatation des linken Vorhofs, Frequenz- vs. Rhythmuskontrolle bei Vorhofflimmern und medikamentöse Rhythmuskontrolle, aber nicht die Wirkung von Betablockern auf die linksventrikuläre Ejektionsfraktion.

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie S3-LL Vorhofflimmern Stand 14.04.2025

9. Vorhofflimmern

AWMF 019-014 · S3 · Stand 07/2025 · Seite 49–50 von 93

Empfehlung

Der Ausschnitt thematisiert die frühe Rhythmuskontrolle bei Vorhofflimmern, nicht den Einfluss von Betablockern auf die linksventrikuläre Ejektionsfraktion.

Aus den Reviews von Han und Zhu lässt sich auf Basis von randomisierten, kontrollierten Studien und Beobachtungsstudien prinzipiell ein „Proof of concept“ für eine frühe Rhythmuskontrolle ableiten [15,16]. Die Aussagesicherheit für einen Effekt auf die Gesamtmortalität ist wegen der Limitationen der Studiendesigns und Indirektheit niedrig. In der EAST-AFNET 4 Studie zeigte sich bei hoher Aussagesicherheit ein Vorteil in Bezug auf den kombinierten Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod, Schlaganfall, Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz und akutem Koronarsyndrom für eine eher ältere Population mit höherer Komorbidität (CHA₂DS₂Vasc Score ≥2), daher ist die Aussagesicherheit dieser Studie für die Gesamtpopulation aufgrund der Indirektheit moderat (zu den Effekten siehe Tabelle 11).

10. Sepsis - Prävention, Diagnose, Therapie und Nachsorge

AWMF 079-001 · S3 · Stand 07/2025 · Seite 72 von 201

Der Ausschnitt thematisiert die gesonderte Betrachtung kurzwirksamer Betablocker bei Vorhofflimmern im septischen Kontext, ohne direkte Aussagen zur linksventrikulären Ejektionsfraktion.

Die Anwendung kurzwirksamer Betablocker zur Therapie von Ta- chyarrhythmien z. B. im Rahmen von Vorhofflimmern bei septischen Patienten sollte davon gesondert betrachtet werden. Zur Therapie von supraventrikulären Arrhythmien ist die Gabe kurzwirksamer Betablocker weiterhin eine Option.

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