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Wann ist ein mikrobiologischer Abstrich bei Analabszess indiziert?

10 Fundstellen aus 4 Leitlinien · Stand

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Fundstellen in den Leitlinien

1. Analabszess

AWMF 088-005 · S3 · Stand 06/2026 · Seite 40–41 von 76

Empfehlung · Empfehlungsgrad 0 · starker Konsens

Der Ausschnitt thematisiert die Indikation für mikrobiologische Abstriche bei Analabszessen und erklärt, wann sie nicht oder nur in ausgewählten Fällen sinnvoll sind.

Eine routinemäßige intraoperative Abstrichentnahme wird grundsätzlich als nicht erforderlich angesehen [85, 95], da in der Regel keine therapeutischen Konsequenzen resultieren. Bei Hochrisikopatienten und älteren Menschen scheint eine perioperative Antibiotikagabe jedoch einen Stellenwert zu haben [114], so dass hier in ausgewählten Fällen auch eine Abstrichentnahme mit Resistogramm erwogen werden muss.

2. Analabszess

AWMF 088-005 · S3 · Stand 06/2026 · Seite 12–13 von 76

Empfehlung · Empfehlungsgrad 0 · starker Konsens

Der Ausschnitt thematisiert die Indikation für einen mikrobiologischen Abstrich bei Analabszess und verneint diese für unkomplizierte Fälle.

Aufgrund der fehlenden Konsequenzen eines mikrobiologischen Abstrichs kann auf diesen bei der operativen Abszessspaltung oder Exzision im Rahmen eines unkomplizierten Abszesses in der Regel verzichtet werden.

3. Analabszess

AWMF 088-005 · S3 · Stand 06/2026 · Seite 33 von 76

Der Ausschnitt beschreibt das Erregerspektrum von Analabszessen und die mikrobiologischen Befunde, was für die Indikation eines Abstrichs relevant ist.

Zur Ätiologie des anorektalen Abszesses wurden in den 70er und 80er Jahren mehrere Arbeiten vorgelegt, die das Keimspektrum untersuchten. In der Regel findet sich eine Mischflora aus Darmkeimen (vor allem E. coli, Bacteroides) und Hautkeimen (Staphylococcus aureus) [23, 34, 50, 161].

4. Analabszess

AWMF 088-005 · S3 · Stand 06/2026 · Seite 41–42 von 76

Empfehlung · Expertenkonsens · starker Konsens

Der Ausschnitt thematisiert die Diskussion über die Notwendigkeit eines mikrobiologischen Abstrichs bei der Therapie des Analabszesses.

Neben der Frage, ob die Erstellung eines mikrobiologischen Abstrichs bei der Therapie des Analabszesses notwendig ist, wird kontrovers diskutiert, ob bei jedem Patienten ein Pathologiepräparat zur histopathologischen Untersuchung eingeschickt werden sollte.

5. Analabszess

AWMF 088-005 · S3 · Stand 06/2026 · Seite 35–36 von 76

Der Ausschnitt behandelt Diagnostik und operative Maßnahmen bei Analabszessen, nicht die Indikation für mikrobiologische Abstriche.

Zu differenzieren ist allerdings die Symptomatik des supralevatorischen Abszesses, bei dem die Inspektion meist keine Informationen liefert. Die Schmerzen sind hierbei oft diffus im Becken lokalisiert und haben sich über einen längeren Zeitraum entwickelt [61]. Mit einer größeren Wahrscheinlichkeit finden sich in diesem Fall Allgemeinreaktionen wie Fieber und Krankheitsgefühl.

6. Analabszess

AWMF 088-005 · S3 · Stand 06/2026 · Seite 34–35 von 76

Empfehlung · Expertenkonsens · starker Konsens

Der Ausschnitt beschreibt die Diagnostik des Analabszesses, insbesondere die Indikationen für bildgebende Verfahren, aber nicht die Indikation für mikrobiologische Abstriche.

6. Symptomatik und Diagnostik

Empfehlung 6.1konsensbasiertmodifiziert 2026
Die Diagnose Analabszess erfolgt aufgrund der klinischen Symptomatik, der Inspektion und der Palpation. Eine bildgebende Diagnostik mittels Endosonographie, MRT oder CT sollte bei unklaren Befunden sowie bei schwerer Sepsis oder dem V.a. eine Fournier’sche Gangrän durchgeführt werden.

7. Infizierte Zehenzwischenraum-Intertrigo (sog. „gramnegativer Fußinfekt“)

AWMF 013-109 · S1 · Stand 09/2025 · Seite 14 von 44 · ⚠ Neuere Fassung verfügbar

Der Ausschnitt thematisiert die Indikation für mikrobiologische Probenentnahmen bei Weichgewebeinfektionen, insbesondere bei komplizierten Phlegmonen, und nicht spezifisch bei Analabszessen.

Die Gewinnung von Gewebeproben ist aber eher dann sinnvoll, wenn es klinische Zeichen für eine Ausbreitung der Infektion in das Weichgewebe (Dermis, Subkutis oder tiefere Schichten) gibt (also bei Phlegmone), und wenn noch keine Antibiotikagabe erfolgt ist (da sonst erfahrungsgemäß die Anzucht auch von in vitro resistenten Bakterien nicht gelingt). Sie ist am ehesten indiziert, wenn eine schwere oder sich schnell ausbreitende komplizierte Phlegmone vorliegt.

8. Diagnostik und Therapie des Analekzems

AWMF 013-007 · S1 · Stand 11/2024 · Seite 9–10 von 31

Der Ausschnitt benennt Indikationen für mikrobiologische Abstriche bei Verdacht auf bestimmte Hauterkrankungen im Analbereich, nicht jedoch explizit bei Analabszess.

Mikrobiologische und/oder mykologische Abstriche und Untersuchungen sollten in folgenden Fällen durchgeführt werden: - V.a. superinfiziertes oder mikrobiell getriggertes Analekzem (Impetigo) - V.a. perianale Mykosen (z.B. Candidiasis, Tinea) - V.a. perianale Streptokokkendermatitis

9. Antibiotikatherapie bei HNO-Infektionen

AWMF 017-066 · S2k · Stand 09/2025 · Seite 17 von 76

Der Ausschnitt thematisiert die Indikation für eine Erregerisolierung mit Kultur bei schweren Infektionen oder Abwehrschwäche und die bevorzugte Gewinnung von Punktat/Biopsie gegenüber Abstrichen.

Die Erregerisolierung mit Kultur vor der Therapie einer Infektion durch unbekannte Erreger ist bei Patienten mit schweren Infektionen und potenziell verschiedenen, unterschiedlich empfindlichen Keimen oder bei Patienten mit Abwehrschwäche sinnvoll.

10. Analabszess

AWMF 088-005 · S3 · Stand 06/2026 · Seite 29–30 von 76

Der Ausschnitt thematisiert spezifische Erreger als seltene Ursache von Analabszessen, was für die Indikation eines mikrobiologischen Abstrichs relevant ist.

Selten treten Abszesse auch als Folge eines Infekts mit spezifischen Erregern auf (z.B. Tuberkulose, Aktino- mykose, Gonorrhöe u.a.) [9, 16, 27, 30, 41, 86, 133].

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